Fachberater Gefahrstofflagen bildet in Sachsen-Anhalt aus

Am 11. März 2017 fand zum wiederholten Mal in der Feuerwehr der Hansestadt Stendal eine Fachdienstausbildung des Fachdienstes ABC des Landkreises Stendal statt. Es kamen rund 35 Kameraden zu dieser Ausbildung zusammen, die durch den Fachberater Gefahrstofflagen des Landes Brandenburg, Alexander Trenn, durchgeführt wurde.

Organisiert hatte die Ausbildung der Fachdienstleiter ABC des Kreises, Holger Wothe.

Die Teilnehmer der Vormittags-Gruppe kamen aus denn FF Stendal, Osterburg, Tangerhütte, Tangermünde, Fischbeck sowie vom THW.  Die Messgruppen am Nachmittag kamen aus den FF Osterburg und Stendal.

Im ersten Teil der Schulung wurde der Gefahrstoffeinsatz auf der A10 vom 26.04.2016 ausgewertet, bei dem ein LKW mit Chemikalien verunfallte und in der Folge ausbrannte, wobei große Mengen hochtoxischen Fluorwasserstoffs freigesetzt wurden. Dabei ging es um Sicherheit im Einsatz und die Beurteilung von Gefahrstoff-Einsatzlagen. Der Fachberater konnte mit den Teilnehmern in einer intensiven Diskussion viele Fragen klären. Den Kameraden wurde vor Augen geführt, wie man beispielsweise eine größere Gefahrenlage abarbeiten kann.
 
Im zweiten Teil, der nur von den Mitgliedern des Messdienstes absolviert wurde, kamen umfangreiche Messaufgaben auf die Kameraden zu. In Aquarien wurden Chemikalien ausgebracht oder etwa Chlor erzeugt und dann mit verschiedenen Prüfröhrchen gemessen. Dabei wurden auch einmal sehr alte Röhrchen verwendet. Hier konnte man die Unterschiede sehen und jeder hatte die Möglichkeit, die Handhabung von Prüfröhrchen und Pumpen zu üben und das Handling zu festigen. Alles um dem Motto: „Wer viel misst misst Mist“ vorzubeugen. Reale Chemikalien zu detektieren, fördert natürlich die Freude an der Ausbildung und zeigt auch, wie Prüfröhrchen reagieren.
 
Es war sehr beeindruckend, dass der Beigeordnete des Landrates die Ausbildung besuchte und sich auch rund eine Stunde lang informierte, welche Dinge die Feuerwehr im Gefahrstoffeinsatz leisten und wissen muss. Das zeigte die Wertschätzung gegenüber den Feuerwehren.

Nach dem Mittagessen ging es in die Sonne und zu den Praxismessungen. Dank der sehr guten Vorbereitung des Fachdienstleiters konnte ein neues Ausbildungskonzept ausprobiert werden, bei dem reale Messungen verschiedener Konzentrationen in leeren Fässern erfolgen. Dazu wurde beispielsweise Aceton eingetropft und dann verdunstet und vermischt. Nun konnten die Kameraden mit Prüfröhrchen und PID  Messungen vornehmen. Tatsächlich stellte sich das als eine gute Methode heraus, um sowohl Messgeräte als auch Prüfröhrchen einzusetzen.
 
Nach ausgiebigen Messungen gab es dann viele Gespräche und zum Abschluss noch eine unbekannte Substanz mittels Aktionsprüfröhrchenset zu erkunden. Dabei sollten die Kameraden sich an den Stoff oder wenigstens die Substanzklasse "heranmessen". Als „Aromaten“ erkannt wurden, war der Ausbildungstag gegen 17 Uhr beendet. Alle beteiligten haben viele Erkenntnisse gewonnen und die Zielsetzung konnte erreicht werden. Sicher wird auch im kommenden Jahr wieder eine Messausbildung vorgenommen werden, solche Praxis ist für alle Beteiligten wichtig, um immer am Ball zu bleiben, zu Gunsten der Sicherheit der Bevölkerung.

Alexander Trenn

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