Großartige Resonanz auf LFV Fachtag 2021

Mit über 70 Anmeldungen zeigte sich bereits im Vorfeld das große Interesse am Thema Nachwuchsgewinnung für Feuerwehren. „Es freut mich außerordentlich, dass die Thematik ‚Feuerwehrunterricht an Schulen‘ auf so große Resonanz gestoßen ist. Ich gehe fest davon aus, dass er einen neuen Schub für die Umsetzung des Projekts bringt. Wie wichtig das Projekt ist, zeigt auch die Teilnahme des Innenministers Michael Stübgen“, fasst Werner-Siegwart Schippel, Präsident der LFV Brandenburg, den Fachtag zufrieden zusammen. Neben Hinweisen bei der Einführung eines Wahlpflichtfaches „Feuerwehrtechnische Ausbildung“ an Oberschulen, bot er auch die Möglichkeit sich einen ersten Überblick zu den Unterrichtsinhalten und Anforderungen zu verschaffen. Die Teilnehmenden nutzten den Fachtag intensiv, um Fragen zu stellen.

Der Fachtag sollte bereits 2020 stattfinden, musste aufgrund der pandemischen Lage jedoch verschoben werden. Die Teilnehmenden der Schulen und Feuerwehren lauschten zunächst den Ausführungen von Frank Bretsch, Dezernent im LK Uckermark. Der ehemalige Schulleiter der Ehm-Welk-Oberschule in Angermünde war der Erste, der sich für ein Unterrichtsfach einsetzte, das neben der Feuerwehrausbildung jungen Menschen den Wert der Feuerwehren als Dienst am Nächsten vermittelt. Die Idee kam ihm, als der Nachwuchsmangel bei den Freiwilligen Feuerwehren in der Uckermark immer vordringlicher wurde. In seinem Vortrag berichtete er über die Herausforderungen für die beteiligten Wehren und die Schulen. Und er legte dar, was für das Gelingen eines solchen Projektes notwendig ist. Dazu gehören u.a. eine Kooperationsvereinbarung mit Festlegungen zu den Verpflichtungen aller Beteiligten, feste Regeln zu Zensierung und Kontrollen sowie ein sehr gutes Verständnis der handelnden (erwachsenen) Personen füreinander. Im Anschluss gab Kamerad Luis Bormann von Feuerwehr Angermünde einen kurzen Überblick zu dem Modellprojekt aus Feuerwehrsicht. Er berichtete, was beispielsweise für Ausrüstung zur Verfügung gestellt werden muss und auf welchen Zeitaufwand sich die Wehren einstellen müssen. Rückblickend sind mehr als ein Viertel der Jugendlichen nach bestandenem Abschluss einer Jugendfeuerwehr beigetreten oder haben sich am Ende des Wahlpflichtfaches bei einer örtlichen Feuerwehreinheit integriert.

Auch aus Sicht der Feuerwehr und der Oberschule „Dr. Georg Graf von Arco“ aus Nauen ist das Wahlpflichtfach ein voller Erfolg. Die Stadt Nauen hatte im August 2019 mit der Ausbildung zum Truppmann, im Rahmen des Wahlpflichtfaches Feuerwehr, von Schülern begonnen. Von den 12 Schülerinnen und Schülern zu Beginn der Ausbildung wechselten sieben Teilnehmende in den aktiven Dienst, zwei Schüler aus anderen Ämtern wurden von den dortigen Feuerwehr übernommen. Darüber hinaus konnten die Lehrkräfte der Schule feststellen, dass dieses Angebot auch Auswirkungen auf andere Fächer der Schule hat und sich das Verhalten von Schülerinnen und Schülern dadurch positiv veränderte.

Bis heute wird das Projekt an der „Ehm-Welk-Oberschule“ in Angermünde, an der Oberschule „Dr. Georg Graf von Arco“ in Nauen sowie der Oberschule Klosterfelde durchgeführt. Die „Ehm-Welk-Oberschule“ wurde 2019, als erste Bildungseinrichtung, für ihr Engagement mit dem Förderschild „Partner der Feuerwehr“ ausgezeichnet.

Das Brandenburger Innen- sowie das Bildungsministerium haben eine Informationsbroschüre „Feuerwehr macht Schule“ aufgelegt. In ihr werden Hinweise gegeben, worauf bei der Einführung des Wahlpflichtfaches zu achten ist und welche Lehrinhalte behandelt werden sollen.