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Jahresauswertung des Fachberaters Gefahrstofflagen

Im Mai 2011 wurde der Leiter der Abteilung Brandschutz der Feuerwehr Schwedt/Oder, Kamerad Alexander Trenn, in die Funktion des Fachberater Gefahrstofflagen durch den Landesbranddirektor berufen. Seit dem steht er den Feuerwehren und anderen Behörden bei allen Fragen rund um Einsätze mit Chemikalien und Gefahrstoffen, telefonisch oder am Einsatzort als Berater zur Verfügung. Im Juli 2015 wurde im Rahmen von Umstrukturierungen ein Übergang der Funktion auf den Landesfeuerwehrverband Brandenburg realisiert. Die Beratung ist nun fest an den LFV BB e.V. gebunden und kann von allen Feuerwehren jederzeit in Anspruch genommen werden. Sie ist stets kostenfrei, bis auf anfallende Reisekosten.

Insgesamt gab es 41 Anfragen, davon waren 7 Vor-Ort-Einsätze. Der Großbrand in einem Galvanikbetrieb in Prenzlau war einer der größten Gefahrguteinsätze der letzten Jahre, bei dem mehr als 100 Tonnen verschiedenster Chemikalien freigeworden waren und zum Teil reagierten. Die Einsatzdauer der Gefahrstoffeinheit in zwei Abschnitten betrug rund 20 Stunden.

Ein weiterer Einsatz war die Unterstützung nach einem Großbrand in einem Kunststoffsortierbetrieb in Premnitz (HVL). Bei diesem Einsatz kam es in der Folge zu einer umfangreichen und sehr aufwändigen chemischen Untersuchung von Einsatzbekleidung auf PAK (Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe), die bei derartigen Bränden freiwerden und zum Teil krebserzeugend sind. Die Ergebnisse sind ein Meilenstein geworden, da nun ein wissenschaftlich bewiesener Präzedenzfall aus unserem Land vorliegt und die Vermutungen zur Kontamination der Bekleidung bei Kunststoffbränden bestätigt werden konnten. Gleichzeitig wurde Ausrüstung untersucht und eine mögliche Dekontamination erarbeitet.

Neben den Einsätzen vor Ort gab es eine Reihe telefonischer Beratungen. Dabei waren beispielsweise Fragen rund um die Beschaffung von Messtechnik und Prüfröhrchen. Die Liste der Prüfröhrchen für die GW-G aus der Landesbeschaffung wurde vom Fachberater erstellt. Es gab wieder eine Reihe von Buttersäureanschlägen, bei denen Unterstützung geleistet werden konnte. Ein anderer Einsatz ereignete sich, als versehentlich Chlorbleichlauge in einen Dieseltank geschüttet wurde und durch unsachgemäßes Starten des Motors es zu einer Explosion im Motorbereich kam. Mehrere Anschläge mit ätzenden Soffen auf Wohnungen und Firmen konnten von den Feuerwehren nach Beratung abgearbeitet werden. Ein umfangreicherer Einsatz war erforderlich, als in einer Schule ein Schrank für Chemikalien zusammengebrochen war und viele Chemikalien freigesetzt wurden. Der Fachberater unterstütze auch den Vorbeugenden Brandschutz im Bereich Oberspreewald-Lausitz bei der Beratungen zu Sicherheitskonzepten bei einer Chemiefirma.

Neben den Beratungen und vielen Gesprächen mit Kameraden und Führungskräften, gab es auch Einladungen zu Kreisbrandmeisterberatungen, in denen der Fachberater sich den Wehrführern und Führungskräften vorstellen und seine Arbeit erläutern konnte. Solche Termine gab es Beispiel in den Landkreisen Barnim, Dahme-Spreewald und Oder-Spree. Daraus haben sich bereits neue Kontakte mit Nachfragen ergeben. Insgesamt bleibt das Thema Gefahrstoffeinsätze weiter sehr präsent und eine hohe Zahl von kleineren und größeren Einsätzen ist von den Feuerwehren Brandenburgs abzuarbeiten.

Kontakt jederzeit
per Telefon: 0172/92 60 112
per Mail: trenn@freenet.de

04.02.2016 von Alexander Trenn, Fachberater Gefahrstofflagen